Sprudelwasser

Mit CO2 versetztes Wasser; Stufen Classic/Medium/Still, Quell- vs. zugesetzte Kohlensäure, kennzeichnungspflichtig.

Definition und Hintergrund

Als Sprudelwasser bezeichnet man Wasser, dem Kohlensäure zugesetzt ist beziehungsweise das von Natur aus Kohlensäure enthält. Chemisch handelt es sich um gelöstes Kohlendioxid (CO2): Ein Teil reagiert mit Wasser zu Kohlensäure (H2CO3), wodurch der pH-Wert leicht sinkt und das Wasser geringfügig sauer wird. Beim Öffnen der Flasche entweicht das überschüssige CO2 als typische Perlung.

Rechtlich unterscheidet man bei natürlichem Mineralwasser zwischen quelleigener (natürlicher) Kohlensäure und zugesetztem CO2. Nach der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung darf Kohlensäure entzogen oder zugesetzt werden, muss aber gekennzeichnet sein, etwa als „mit eigener Quellkohlensäure versetzt“ oder „mit Kohlensäure versetzt“. Die Kohlensäure wirkt erfrischend und hemmt Keime, was die Haltbarkeit unterstützt.

Die Chemie der Kohlensäure

Was umgangssprachlich „Kohlensäure“ heißt, ist im Kern gelöstes Kohlendioxid. Wird CO2 unter Druck in Wasser eingebracht, löst sich ein erheblicher Teil davon physikalisch im Wasser, ohne chemisch zu reagieren. Nur ein kleiner Anteil verbindet sich tatsächlich mit den Wassermolekülen zu echter Kohlensäure. Die zugehörige Reaktionsgleichung lautet CO2 + H2O ⇌ H2CO3. Der Doppelpfeil zeigt an, dass sich ein Gleichgewicht einstellt: Es entsteht laufend Kohlensäure, die zugleich wieder in Wasser und Kohlendioxid zerfällt.

Die gebildete Kohlensäure ist eine schwache Säure und gibt in geringem Umfang Wasserstoffionen ab. Dadurch sinkt der pH-Wert des Wassers leicht in den schwach sauren Bereich. Im Vergleich zu Saft oder Limonade bleibt diese Versäuerung jedoch gering, weil nur ein Bruchteil des gelösten CO2 als Säure vorliegt. Geschmacklich nimmt man die Säure als angenehme Frische und das prickelnde Gefühl auf der Zunge wahr, das zusätzlich durch die aufsteigenden Gasbläschen entsteht.

Entscheidend für die Stärke der Perlung ist der Druck, unter dem das CO2 gelöst wurde. Solange die Flasche geschlossen ist, hält der Innendruck das Gas im Wasser. Beim Öffnen fällt der Druck schlagartig ab, das Gleichgewicht verschiebt sich, und überschüssiges CO2 entweicht als sichtbare Bläschen. Genau deshalb verliert ein offen stehendes Glas Sprudelwasser mit der Zeit seine Kohlensäure und schmeckt „schal“ – das Gas ist entwichen, nicht die Kohlensäure „verbraucht“.

Kohlensäure-Stufen im Überblick

Der Handel staffelt Wasser meist in drei Stufen, die sich im CO2-Gehalt und damit in der Stärke der Perlung unterscheiden. Die Bezeichnungen variieren je nach Hersteller, das Prinzip bleibt jedoch gleich. Wichtig zu wissen: Die Stufen Classic, Medium und Still sind reine Handelsbezeichnungen und keine gesetzlich exakt definierten Grenzwerte. Ein „Medium“ der einen Marke kann spürbar stärker oder schwächer perlen als das „Medium“ einer anderen.

StufeCO2-CharakterPerlungEignung
Classic / Sprudelhoher CO2-Gehaltstark, spritzigfür Liebhaber kräftiger Kohlensäure, erfrischend
Mediummittlerer CO2-Gehaltfein, dezentausgewogen, alltagstauglich, magenschonender
Naturell / Stillohne bzw. minimal CO2keine Perlungempfindlicher Magen, neutraler Geschmack

Die Wahl der Stufe ist letztlich Geschmackssache und hängt vom Anlass ab. Classic wird gern pur und gut gekühlt getrunken, weil die kräftige Perlung besonders erfrischend wirkt. Medium gilt als guter Kompromiss für den Alltag und harmoniert auch zum Essen, ohne zu dominieren. Naturell oder Still wird bevorzugt, wenn ein neutraler Geschmack gefragt ist, etwa beim Mischen mit Saft (Schorle), bei sportlicher Belastung oder bei empfindlichem Magen. Wer zwischen den Varianten wechseln möchte, ohne mehrere Sorten vorrätig zu halten, kann den CO2-Gehalt mit einem Sprudler selbst einstellen – dazu weiter unten mehr.

Sprudelwasser, Sodawasser und Selters: die Begriffe

Umgangssprachlich werden viele Begriffe synonym verwendet, rechtlich gibt es aber Unterschiede. Besonders Sodawasser ist klar definiert und nicht einfach ein anderes Wort für Sprudelwasser. Auch regional weichen die Gewohnheiten voneinander ab: In manchen Gegenden ist „Sprudel“ schlicht das gängige Wort für jedes Mineralwasser, in anderen meint man damit ausdrücklich die stark prickelnde Variante.

BegriffBedeutungBesonderheit
SprudelwasserWasser mit KohlensäureOberbegriff, Stufe variabel
SodawasserWasser mit zugesetztem Natriumhydrogencarbonat und Kohlensäuremindestens 570 mg/l Natriumhydrogencarbonat
Selters / Selterswasserkohlensäurehaltiges Mineralwasserhistorische Markenbezeichnung
ClassicHandelsstufe für stark sprudelndes Wasserkein eigener Rechtsbegriff

Der Begriff „Selters“ verdient eine eigene Einordnung: Er geht auf das hessische Dorf Niederselters zurück, dessen Mineralquelle schon vor Jahrhunderten weithin bekannt war und dessen Wasser europaweit gehandelt wurde. Aus dem Ortsnamen wurde so allmählich ein Gattungsbegriff für kohlensäurehaltiges Mineralwasser. Anders als Sodawasser ist Selters nicht über einen bestimmten Mineralzusatz definiert, sondern als historisch gewachsene Bezeichnung zu verstehen. „Sprudel“ wiederum ist der weiteste Oberbegriff und sagt nur aus, dass überhaupt Kohlensäure enthalten ist – ohne festzulegen, wie stark sie ist oder woher sie stammt.

Natürliche und zugesetzte Kohlensäure: die Kennzeichnung nach MTVO

Ein verbreiteter Irrtum ist die Annahme, Sprudelwasser werde grundsätzlich „künstlich aufgespritzt“. Tatsächlich kann die Kohlensäure aus ganz unterschiedlichen Quellen stammen, und die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung (MTVO) schreibt vor, dass der Verbraucher dies dem Etikett entnehmen kann. Bei natürlichem Mineralwasser wird zwischen mehreren Fällen unterschieden, die jeweils eigene Kennzeichnungspflichten nach sich ziehen.

Enthält ein Mineralwasser bereits an der Quelle Kohlensäure, spricht man von quelleigener Kohlensäure. Wird genau diese Quellkohlensäure beim Abfüllen ergänzt, weil beim Fördern Druck und damit Gas verloren gehen, trägt das Wasser den Hinweis „mit eigener Quellkohlensäure versetzt“. Stammt das zugesetzte CO2 dagegen aus einer anderen Quelle, lautet die Kennzeichnung schlicht „mit Kohlensäure versetzt“. Wird einem Wasser die Kohlensäure ganz oder teilweise entzogen, ist auch das anzugeben. Damit lässt sich am Etikett ablesen, ob die Perlung natürlichen Ursprungs ist oder nachträglich hinzugefügt wurde.

Geschmacklich und gesundheitlich macht die Herkunft des CO2 keinen relevanten Unterschied – Kohlendioxid ist Kohlendioxid, unabhängig davon, ob es aus derselben oder einer anderen Quelle gewonnen wurde. Die Kennzeichnung dient daher vor allem der Transparenz und der Erwartungssicherheit: Wer Wert auf ein möglichst naturbelassenes Produkt legt, kann gezielt zu Wasser mit eigener Quellkohlensäure greifen. Für die Praxis im Glas ist die Stufe (Classic, Medium, Still) meist wichtiger als die Herkunft des Gases.

Gesundheit und Mythen rund um Sprudelwasser

Sprudelwasser ist ein hervorragender Durstlöscher und versorgt den Körper genauso zuverlässig mit Flüssigkeit wie stilles Wasser. Die Kohlensäure selbst hat keinen nennenswerten Nährwert und liefert keine Kalorien. Viele Menschen empfinden die Perlung als angenehm und trinken davon eher mehr – was im Sinne einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr durchaus von Vorteil sein kann. Wer hingegen empfindlich auf Gas im Magen-Darm-Trakt reagiert, kann durch das CO2 vermehrt Aufstoßen oder ein Völle- und Blähungsgefühl verspüren. In diesen Fällen sind Medium oder Still die verträglichere Wahl.

Besonders hartnäckig hält sich der Mythos, Sprudelwasser entziehe den Knochen Kalk oder fördere Osteoporose. Diese Vorstellung gilt als widerlegt: Die leichte Kohlensäure wird im Körper rasch abgebaut und beeinflusst den Mineralhaushalt der Knochen nicht in schädlicher Weise. Auch das verbreitete Bild, der Körper müsse die „Säure“ mühsam neutralisieren und übersäuere dadurch, hält einer Prüfung nicht stand – der Organismus reguliert seinen pH-Wert über Atmung und Nieren sehr genau und eigenständig. Ein weiterer Irrglaube betrifft die Zähne: Während stark zuckerhaltige und säurehaltige Softdrinks dem Zahnschmelz zusetzen können, ist die schwache Kohlensäure in reinem Sprudelwasser dafür weit weniger relevant.

Festzuhalten bleibt: Für gesunde Menschen ist Sprudelwasser unbedenklich, und die Entscheidung zwischen sprudelnd und still ist in erster Linie eine Frage des Geschmacks und der individuellen Verträglichkeit. Bei bestimmten Beschwerden wie Reizmagen oder Reizdarm kann es sinnvoll sein, die Kohlensäure zu reduzieren – das ist jedoch eine Frage des Komforts, nicht der Sicherheit.

Selbst sprudeln mit SodaStream und Co.

Wassersprudler erfreuen sich wachsender Beliebtheit, weil sie es erlauben, Leitungswasser zu Hause selbst mit Kohlensäure zu versetzen. Das Prinzip ist einfach: Aus einer CO2-Kartusche wird Kohlendioxid unter Druck in eine Flasche mit Wasser eingeleitet. Je länger oder häufiger man den Knopf betätigt, desto mehr Gas löst sich – so lässt sich die Stärke der Perlung individuell von still über medium bis classic einstellen. Ein wesentlicher Reiz liegt darin, dass keine Wasserkisten geschleppt werden müssen und weniger Einwegverpackungen anfallen.

Für ein gutes Ergebnis ist die Qualität des Ausgangswassers entscheidend, denn der Sprudler verändert nur den CO2-Gehalt, nicht die Zusammensetzung des Wassers. Wer Leitungswasser sprudelt, sollte es gut gekühlt verwenden, da kaltes Wasser deutlich mehr CO2 aufnimmt und länger spritzig bleibt. Zu beachten sind außerdem die herstellereigenen Vorgaben: In der Regel dürfen nur dafür vorgesehene, druckfeste Flaschen verwendet werden, und diese haben ein Ablaufdatum. Aromen, Säfte oder andere Zusätze gehören nicht direkt in die Sprudelflasche, sondern werden erst nach dem Aufsprudeln ins Glas gegeben.

Im Vergleich zu gekauftem Flaschenwasser punkten Sprudler vor allem bei Komfort und Verpackungsaufkommen. Wer dagegen den charakteristischen Mineralstoffgehalt eines bestimmten Mineralwassers schätzt, wird diesen mit gesprudeltem Leitungswasser nicht eins zu eins nachbilden können – Geschmack und Mineralisierung hängen von der Wasserquelle ab. Beide Wege haben somit ihre Berechtigung und schließen sich nicht aus.

Häufige Fragen zu Sprudelwasser

Was ist der Unterschied zwischen Sprudelwasser und Sodawasser?

Sprudelwasser ist allgemein Wasser mit Kohlensäure. Sodawasser ist rechtlich enger gefasst: Es enthält zugesetztes Natriumhydrogencarbonat (mindestens 570 mg/l) und Kohlensäure. Umgangssprachlich wird „Soda“ oft synonym für Sprudel verwendet, das ist streng genommen nicht korrekt, da echtes Sodawasser den definierten Mineralzusatz aufweist.

Ist Sprudelwasser gesund oder schädlich?

Sprudelwasser ist gesundheitlich unbedenklich und löscht den Durst genauso gut wie stilles Wasser. Bei empfindlichem Magen kann die Kohlensäure jedoch Blähungen oder Aufstoßen fördern. Der oft genannte Mythos, Sprudel entziehe den Knochen Kalk, ist wissenschaftlich nicht belegt und gilt als widerlegt.

Warum ist Sprudelwasser leicht sauer?

Das gelöste Kohlendioxid reagiert teilweise mit Wasser zu Kohlensäure (H2CO3). Dadurch sinkt der pH-Wert leicht ab, und das Wasser wird geringfügig sauer. Dieser Effekt ist gering und für den Körper unbedenklich, da der Organismus den pH-Wert eigenständig reguliert. Geschmacklich sorgt die Säure für die typische Frische.

Was bedeuten Classic, Medium und Still?

Diese Bezeichnungen geben die Kohlensäure-Stufe an. Classic beziehungsweise Sprudel enthält viel CO2 und perlt kräftig, Medium hat einen mittleren Gehalt mit feiner Perlung, Still oder Naturell ist ohne nennenswerte Kohlensäure. Die genauen Werte variieren je nach Hersteller, das Grundprinzip der Abstufung bleibt aber gleich.

Wird Sprudelwasser immer künstlich versetzt?

Nein. Kohlensäure kann aus der Quelle stammen (Quellkohlensäure) oder nachträglich zugesetzt werden. Natürliches Mineralwasser darf nach der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung CO2 entzogen oder zugesetzt bekommen, muss dies aber kennzeichnen, etwa als „mit eigener Quellkohlensäure versetzt“ oder „mit Kohlensäure versetzt“.

Warum verliert offenes Sprudelwasser seine Kohlensäure?

In der geschlossenen Flasche hält der Innendruck das gelöste CO2 im Wasser. Beim Öffnen fällt dieser Druck ab, das chemische Gleichgewicht verschiebt sich, und überschüssiges Kohlendioxid entweicht als Bläschen. Steht das Wasser länger offen, entweicht immer mehr Gas, bis es schal schmeckt. Kühle Temperaturen und ein dicht verschlossener Deckel halten die Perlung länger.

Lohnt sich ein Wassersprudler gegenüber gekauftem Sprudelwasser?

Ein Wassersprudler erspart das Schleppen von Kisten und reduziert Einwegverpackungen, zudem lässt sich die Stärke der Perlung individuell einstellen. Den charakteristischen Mineralstoffgehalt eines bestimmten Mineralwassers kann gesprudeltes Leitungswasser allerdings nicht nachbilden, da der Sprudler nur das CO2, nicht die Mineralisierung verändert. Welcher Weg sich lohnt, hängt also davon ab, ob Komfort oder ein bestimmter Wassercharakter im Vordergrund steht.

Cheatsheet: Sprudelwasser in fünf Punkten

  1. Sprudelwasser ist Wasser mit gelöstem Kohlendioxid (CO2), das im Wasser Kohlensäure bildet.
  2. Übliche Stufen: Classic/Sprudel (stark), Medium (mittel), Naturell/Still (ohne Kohlensäure).
  3. Kohlensäure kann quelleigen oder zugesetzt sein und muss gekennzeichnet werden (MTVO).
  4. Sodawasser ist nicht dasselbe: Es enthält zusätzlich mindestens 570 mg/l Natriumhydrogencarbonat.
  5. Gesundheitlich unbedenklich; bei empfindlichem Magen kann CO2 Blähungen fördern, Kalk-Mythen sind unbegründet.

Sprudelwasser ist die kohlensäurehaltige Variante von Trink- und Mineralwasser; auch Tafelwasser kann mit Kohlensäure versetzt werden. Wie stark die Kohlensäure das Wasser ansäuert, erklärt unser Beitrag zum pH-Wert von Wasser. Wer die spritzige oder die ruhige Variante bevorzugt, findet eine große Auswahl im Wasser-Sortiment. Einen Überblick über die kohlensäurefreien Alternativen gibt unser Stilles Wasser Test.

Wissenschaftliche und rechtliche Quellen

Der einfache Weg zu Ihrer Getränke­lieferung

Persönlich beraten lassen, Lieferung anfragen oder direkt bestellen. Wir sind gerne für dich da.

Portrait von Manuel Lesti, persönlicher Ansprechpartner bei Wasserprinz in Augsburg.
Ihr Ansprechpartner
Manuel Lesti
Pflichtfelder sind durch "*" gekennzeichnet