Glossar: Getränkewissen von A bis Z

Fachbegriffe rund um Wasser einfach erklärt

Was bedeuten Begriffe wie Trockenrückstand, artesische Quelle, pH-Wert oder Zellgängigkeit auf dem Flaschenetikett? In unserem Glossar übersetzen wir Fachjargon in klare Sprache. Wir erklären die wichtigsten Begriffe aus den Bereichen Premium-Wasser, Bio-Getränke, Nachhaltigkeit und Lieferservice – kompakt, verständlich und von unseren Wasser-Experten geprüft.

A

Aktivkohlefilter
Aktivkohlefilter binden Chlor, Pestizide und Geschmacksstoffe an ihrer porösen Oberfläche. Was sie wirklich leisten, wo Grenzen liegen und wann sie sinnvoll sind.
Arzneimittelrückstände
Medikamentenspuren (ng/l) über Abwasser; kein belegtes Risiko, vierte Reinigungsstufe hilft.

B

Basisches Wasser
pH > 7 (meist 8–9,5), natürlich oder per Ionisierer; „Entsäuern" wissenschaftlich nicht belegt.
Blei im Trinkwasser
Aus alten Bleirohren; Nervengift, kritisch für Säuglinge; Grenzwert 0,010 → 0,005 mg/l ab 2028.

C

Calcium im Wasser
Calcium (Ca²⁺) ist ein lebenswichtiges Mengenelement und – zusammen mit Magnesium – der wichtigste Härtebildner des Wassers. Es bestimmt maßgeblich die Gesamthärte (gemessen in °dH) und ist für den Aufbau von Knochen und Zähnen, die Blutgerinnung sowie die Muskel- und Nervenfunktion unverzichtbar. Anders als bei Schadstoffen gibt es in der Trinkwasserverordnung keinen gesundheitlichen Grenzwert – Calcium ist im Wasser ausdrücklich erwünscht. Calciumreiches Wasser kann einen nennenswerten Teil Ihres Tagesbedarfs decken. Ab mehr als 150 mg/l darf ein Wasser nach der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung als „calciumhaltig" ausgelobt werden
Chlor im Trinkwasser
Desinfektion, in DE nur bei Bedarf; freies Chlor max. 0,30 mg/l, THM-Nebenprodukte.
Chlorid im Wasser
Chlorid (Cl⁻) ist ein natürliches Salz-Ion und das Gegenstück zu Natrium im Kochsalz (NaCl). Es gelangt vor allem aus Gestein, Salzlagern, Meerwasser und Streusalz ins Wasser. Chlorid ist nicht identisch mit Chlor zur Desinfektion. In Deutschland gilt ein Grenzwert von 250 mg/l aus geschmacklichen Gründen und wegen Korrosion an Metallleitungen.

D

Destilliertes Wasser
Durch Destillation nahezu salz-/mineralfrei (Leitwert ~0 µS/cm), technisch genutzt; Trinken in Maßen unbedenklich.

E

E. coli im Trinkwasser
Darmbakterium, Indikator für Fäkalbelastung; Grenzwert 0/100 ml, bei Nachweis oft Abkochgebot.
Eisen im Trinkwasser
Meist geogen; Indikatorparameter 0,2 mg/l; verursacht Verfärbung/Geschmack, gesundheitlich unkritisch.
Enthärtetes Wasser
Calcium/Magnesium entzogen (meist Ionenaustausch → mehr Natrium); schützt Geräte vor Kalk.
EU-Trinkwasserrichtlinie
Was ist die EU-Trinkwasserrichtlinie? Kurz erklärt Die EU-Trinkwasserrichtlinie ist das europäische Regelwerk, das festlegt, welche Mindestqualität Ihr Leitungswasser haben muss....

F

Fluorid im Wasser
Geogen; Doppelrolle Kariesschutz vs. Dentalfluorose; Grenzwert 1,5 mg/l, in DE nicht zugesetzt.

G

Grenzwerte
Rechtliche Höchstwerte (TrinkwV/MTVO); gesundheitsbezogene Werte vs. Indikatorparameter.
Grundwasser
Unterirdisches Wasser, ~70 % der Trinkwassergewinnung; gefährdet durch Nitrat, PFAS, Pestizide.

H

Heilwasser
Natürliches Mineralwasser mit wissenschaftlich nachgewiesener Wirkung; per Gesetz Arzneimittel (AMG, BfArM-zugelassen), kein Lebensmittel.
Hormone im Trinkwasser
Hormonell wirksame Spurenstoffe (ng/l); kein belegtes Gesundheitsrisiko, relevanter ökologisch.
Hydrogencarbonat im Wasser
Hydrogencarbonat (HCO₃⁻, auch Bicarbonat) ist das wichtigste Anion vieler Mineralwässer und entsteht, wenn kohlensäurehaltiges Wasser kalkhaltiges Gestein löst. Es bestimmt die Säure- und Pufferkapazität, macht das Wasser basisch mit höherem pH-Wert und ist die Grundlage der Karbonathärte. Ab mehr als 600 mg/l ist die Auslobung „bicarbonathaltig" zulässig; in der TrinkwV gibt es keinen Grenzwert.

K

Kalium im Wasser
Kalium (K⁺) ist ein lebenswichtiger Mineralstoff und das wichtigste Kation im Inneren der Körperzellen. Als physiologischer Gegenspieler von Natrium ist es essenziell für Herzrhythmus, Muskel- und Nervenfunktion und kann den Blutdruck günstig beeinflussen. Im Trinkwasser ist der Kaliumgehalt niedrig (typisch 1–5 mg/l, selten über 20 mg/l). Einen Grenzwert in der TrinkwV 2023 gibt es nicht.
Kalk im Wasser
Calciumcarbonat aus Calcium + Hydrogencarbonat; gesundheitlich unbedenklich, Probleme rein technisch.
KBE
Maß für vermehrungsfähige Keime je 1/100 ml; Indikatorparameter (Grenzwert 100 KBE/ml).
Kieselsäure im Wasser
Kieselsäure ist die im Wasser gelöste Form des Spurenelements Silizium, chemisch überwiegend als Orthokieselsäure (H₄SiO₄). Sie entsteht durch die Verwitterung silikatischer und vulkanischer Gesteine und wird auf Etiketten in mg/l angegeben. Einen Grenzwert in der Trinkwasserverordnung gibt es nicht; geschmacklich ist Kieselsäure neutral.
Kupfer im Trinkwasser
Aus Kupferrohren (weiches/saures Wasser, Stagnation); Grenzwert 2,0 mg/l, kritisch für Säuglinge.

L

Legionellen
Was sind Legionellen? Kurz erklärt Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien der Gattung Legionella, die natürlicherweise in geringer Zahl in Grund- und...
Legionellenprüfung
Vorgeschriebene Warmwasser-Untersuchung für Großanlagen; Maßnahmenwert 100 KBE/100 ml.
Leitfähigkeit
Maß für gelöste Ionen in µS/cm bei 25 °C; schnellster Mineralisierungs-Indikator (Grenzwert 2.790).
Leitungswasser
Trinkwasser aus dem Netz, TrinkwV-geregelt, günstig & klimafreundlich; Risiken erst ab Hausinstallation.

M

Magnesium im Wasser
ist ein essenzielles Mengenelement und gemeinsam mit Calcium Härtebildner. Es ist Cofaktor von über 300 Enzymen und wichtig für Energiestoffwechsel, Muskel- und Nervenfunktion. Magnesium im Trinkwasser ist erwünscht, gut bioverfügbar und kennt keinen gesundheitlichen Grenzwert; ab mehr als 50 mg/l darf ein Wasser als magnesiumhaltig ausgelobt werden.
Mangan im Trinkwasser
Geogen (oft mit Eisen); Indikatorparameter 0,05 mg/l; schwärzliche Verfärbungen.
Mehrweg vs. Einweg
Mehrweg bis 50× wiederbefüllt vs. Einweg-Recycling; Pfand & Ökobilanz im Vergleich.
Mikroplastik
Kunststoffpartikel < 5 mm (Nanoplastik < 1 µm); fast überall nachweisbar, laut WHO 2019 bei üblichen Mengen kein belegtes Gesundheitsrisiko.
Mikrosiemens
Mikrosiemens zeigt den Mineralisierungsgrad eines Wassers. Werteskala, gesetzlicher Grenzwert und einfache Umrechnung in TDS auf einen Blick erklärt.
Mineralstoffgehalt
Art/Menge gelöster Mineralstoffe (Trockenrückstand mg/l); mineralarm <500, mineralreich >1.500.
Mineralwasser
Aus geschützter unterirdischer Quelle, am Quellort abgefüllt; amtlich anerkannt, MTVO-geregelt, von Natur aus konstante Mineralisierung.

N

Natrium im Wasser
Natrium (Na⁺) ist ein lebenswichtiger Elektrolyt, der den Flüssigkeitshaushalt, den Blutdruck sowie die Nerven- und Muskelfunktion reguliert. Ins Wasser gelangt es durch Lösung aus Gestein, Meerwassereinfluss oder Streusalz. Für Leitungswasser gilt ein Grenzwert von 200 mg/l; Mineralwasser ist erst unter 20 mg/l natriumarm.
Natriumarmes Wasser
Wasser < 20 mg/l Natrium (MTVO-Auslobung); relevant bei Bluthochdruck, Diät, Säuglingsnahrung.
Nitrat im Trinkwasser
Zwischenprodukt des Stickstoffkreislaufs; bildet Methämoglobin, kritisch für Säuglinge.

O

Osomsewasser
Osmosewasser entsteht durch Umkehrosmose: Eine feinporige Membran filtert Mineralien, Schadstoffe und Keime aus dem Leitungswasser. Reinheit mit Folgen.

P

Pestizide im Trinkwasser
Was sind Pestizide im Trinkwasser? Kurz erklärt Pestizide (Pflanzenschutzmittel) sind Wirkstoffe aus der Landwirtschaft zur Bekämpfung von Unkräutern, Pilzen und...
PFAS im Trinkwasser
„Ewigkeitschemikalien", kaum abbaubar; Grenzwerte ab 2026; Entfernung per Aktivkohle/Osmose.
pH-Wert Wasser
Maß für sauer/basisch (0–14); reines Wasser pH 7, Trinkwasser-Normbereich 6,5–9,5.

Q

Quellwasser
Quellgebundenes Wasser ohne amtliche Anerkennung/konstante Mineralisierung; muss TrinkwV erfüllen.

S

Schwermetalle im Trinkwasser
Sammelbegriff (Blei, Kupfer, Cadmium, Uran …); anreichernd, je Metall eigener Grenzwert.
Sprudelwasser
Mit CO2 versetztes Wasser; Stufen Classic/Medium/Still, Quell- vs. zugesetzte Kohlensäure, kennzeichnungspflichtig.
Sulfat im Wasser
Sulfat (SO₄²⁻) ist ein natürliches Anion, das vor allem aus der Lösung von Gips und Anhydrit (Calciumsulfat) im Untergrund stammt. Für gesunde Erwachsene ist es gut verträglich; in hohen Mengen kann es mild abführend wirken. Die Trinkwasserverordnung 2023 nennt einen vorrangig geschmacklich und technisch begründeten Grenzwert von 250 mg/l.

T

Tafelwasser
Industriell gemischtes Trinkwasser, an keine Quelle gebunden, MTVO-geregelt; in der Gastronomie oft aus Tafelwasseranlagen.
TDS
Gesamtgehalt gelöster Feststoffe (mg/l = ppm); Mineralisierungsmaß, meist aus Leitfähigkeit.
Trinkwasserqualität
Was ist Trinkwasserqualität? Kurz erklärtTrinkwasserqualität beschreibt die Gesamtheit der mikrobiologischen, chemischen und physikalischen Eigenschaften des Trinkwassers, gemessen an den Vorgaben...
Trinkwasserverordnung
Zentrale Rechtsverordnung für Trinkwasserqualität; setzt EU-Richtlinie um, Grenzwerte inkl. PFAS 2026.

U

Umkehrosmose
Membranverfahren, hält 95–99 % gelöster Stoffe zurück (inkl. Nitrat, PFAS); Ergebnis sehr mineralarm.
Uran im Trinkwasser
Geogenes radioaktives Schwermetall; chemisch nierenschädigend; Grenzwert 0,010 mg/l.
UV-Desinfektion
Entkeimung mit UV-C (254 nm), physikalisch, ohne Chemie/Geschmack – aber ohne Depotwirkung.

W

Wasseranalyse
Laboruntersuchung auf Keime, Schadstoffe und Kennwerte; akkreditiertes Labor vs. Schnelltest.
Wasserhärte
Gehalt an Calcium/Magnesium in °dH; WRMG: weich <8,4 / mittel 8,4–14 / hart >14 °dH.
Wasserstoffwasser
Trinkwasser mit gelöstem H2; beworbene Effekte nicht wissenschaftlich gesichert, kein EU-Health-Claim.