Magnesium im Wasser

ist ein essenzielles Mengenelement und gemeinsam mit Calcium Härtebildner. Es ist Cofaktor von über 300 Enzymen und wichtig für Energiestoffwechsel, Muskel- und Nervenfunktion. Magnesium im Trinkwasser ist erwünscht, gut bioverfügbar und kennt keinen gesundheitlichen Grenzwert; ab mehr als 50 mg/l darf ein Wasser als magnesiumhaltig ausgelobt werden.

Definition und Hintergrund

Magnesium ist ein chemisches Element aus der Gruppe der Erdalkalimetalle und im Wasser stets als zweifach positiv geladenes Ion (Mg²⁺) gelöst. Es zählt zu den Mengenelementen, also zu jenen Mineralstoffen, die Ihr Organismus in vergleichsweise großen Mengen benötigt. Ins Grund- und Quellwasser gelangt Magnesium auf natürlichem Weg: Sickerndes Regenwasser löst es aus magnesiumhaltigen Gesteinen wie Dolomit oder magnesiumreichen Kalksteinen heraus. Wie viel Magnesium ein Wasser enthält, hängt deshalb stark von der Geologie der Region ab, aus der es stammt.

Gemeinsam mit Calcium ist Magnesium einer der beiden Härtebildner und damit Teil der Gesamthärte eines Wassers. Anders als bei Schadstoffen ist ein hoher Magnesiumgehalt kein Qualitätsmangel, sondern eher ein Pluspunkt. Während technisch betrachtet jeder Härtebildner zu Kalkablagerungen beitragen kann, ist Magnesium ernährungsphysiologisch ein wertvoller Mineralstoff, dessen ausreichende Zufuhr für viele Menschen sogar eine Herausforderung darstellt.

Woher kommt das Magnesium im Wasser?

Magnesium ist eines der häufigsten Elemente der Erdkruste, und sein Weg ins Trinkwasser ist ein rein natürlicher Vorgang. Anders als bei manchen Schadstoffen müssen Sie sich also nicht fragen, ob menschliche Einträge dahinterstecken – der Magnesiumgehalt ist im Wesentlichen ein geologischer Fingerabdruck der Region.

  • Dolomitgestein: Dolomit ist ein Calcium-Magnesium-Carbonat und die wichtigste natürliche Magnesiumquelle für Grundwasser.
  • Magnesiumreiche Kalksteine: Auch viele Kalksteine enthalten neben Calcium nennenswerte Anteile Magnesium, die sich langsam herauslösen.
  • Verwitterung: Kohlensäurehaltiges Sickerwasser greift das Gestein über lange Zeiträume an und nimmt dabei Magnesium-Ionen auf.
  • Verweildauer im Untergrund: Je länger das Wasser durch magnesiumhaltige Schichten fließt, desto mehr Magnesium kann es aufnehmen.

Aus diesem Grund schwankt der Magnesiumgehalt von Region zu Region und von Quelle zu Quelle erheblich. Ein Wasser aus einem dolomitreichen Mittelgebirge kann deutlich mehr Magnesium enthalten als eines aus einem magnesiumarmen Sandsteingebiet. Genau diese Unterschiede machen den Magnesiumgehalt zu einem Merkmal, das viele Mineralwässer voneinander unterscheidet und das auf dem Etikett ausgewiesen wird.

Magnesium tritt im Wasser zudem fast nie allein auf, sondern im Verbund mit weiteren gelösten Mineralstoffen. Häufig geht ein hoher Magnesiumgehalt mit nennenswerten Mengen an Calcium und Hydrogencarbonat einher, weil dieselben Carbonatgesteine all diese Ionen liefern. Daneben enthalten viele Wässer auch Sulfat, Natrium und Kalium in unterschiedlichen Anteilen. Das Zusammenspiel dieser Stoffe ergibt am Ende das individuelle Mineralprofil eines Wassers, in dem Magnesium einen wichtigen, aber eben nur einen Baustein bildet.

Welche Funktion hat Magnesium im Körper?

Magnesium gehört zu den lebenswichtigen Mineralstoffen, und seine Aufgaben reichen weit über den Knochenstoffwechsel hinaus. Als Cofaktor ist es an mehr als 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt – es schaltet diese Enzyme gewissermaßen erst „scharf“. Damit greift Magnesium in nahezu jeden grundlegenden Stoffwechselvorgang ein.

Eine zentrale Rolle spielt Magnesium im Energiestoffwechsel: Der universelle Energieträger der Zelle, das ATP (Adenosintriphosphat), ist biologisch erst in Verbindung mit Magnesium wirksam. Ohne ausreichend Magnesium läuft die zelluläre Energiegewinnung also nicht rund. Ebenso wichtig ist Magnesium für die Muskel- und Nervenfunktion: Es wirkt als natürlicher Gegenspieler des Calciums und sorgt dafür, dass sich angespannte Muskeln wieder lösen und Nervensignale geordnet weitergeleitet werden.

Ein Mangel an Magnesium kann sich entsprechend vielfältig bemerkbar machen. Typische Anzeichen sind Muskelkrämpfe – etwa die bekannten nächtlichen Wadenkrämpfe –, Muskelzucken, allgemeine Müdigkeit und Abgeschlagenheit. In ausgeprägten Fällen kann ein Magnesiummangel auch zu Herzrhythmusstörungen beitragen, da das Herz auf ein ausgewogenes Verhältnis von Magnesium und Calcium angewiesen ist. Gefährdet sind unter anderem Sportler mit hohem Schweißverlust, Menschen mit einseitiger Ernährung sowie bestimmte chronisch Kranke.

Darüber hinaus ist Magnesium am Knochenaufbau beteiligt: Ein erheblicher Teil des körpereigenen Magnesiums ist im Knochen gespeichert, wo es gemeinsam mit Calcium und Phosphat zur Stabilität beiträgt und zugleich als Reservespeicher dient. Auch der Blutzuckerhaushalt und der Blutdruck stehen in Zusammenhang mit der Magnesiumversorgung, weshalb eine ausreichende Zufuhr in vielen Bereichen des Stoffwechsels stabilisierend wirkt. Diese breite Wirkung erklärt, warum ein Mangel sich so unspezifisch äußern kann und nicht immer sofort als solcher erkannt wird.

Wie viel Magnesium braucht der Körper – und was trägt Wasser bei?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt für Erwachsene einen Tagesbedarf von etwa 300 bis 400 Milligramm Magnesium an, wobei der genaue Wert von Alter und Geschlecht abhängt. Diese Menge sollten Sie idealerweise über eine ausgewogene Ernährung decken – gute Lieferanten sind Vollkornprodukte, Nüsse, Hülsenfrüchte und grünes Gemüse.

Hier kommt das Wasser ins Spiel: Magnesium aus dem Wasser liegt bereits in gelöster, ionischer Form vor und ist deshalb gut bioverfügbar – der Körper kann es ähnlich gut oder teils sogar besser aufnehmen als aus mancher fester Nahrung. Ein magnesiumreiches Wasser kann so einen spürbaren Beitrag zur Tagesversorgung leisten. Trinken Sie etwa zwei Liter eines Wassers mit 100 mg/l Magnesium, nehmen Sie allein darüber rund 200 mg auf und decken damit bereits einen erheblichen Teil Ihres Bedarfs.

Diese Eigenschaft macht magnesiumreiches Wasser besonders für Menschen interessant, die ihren Bedarf über die Ernährung allein nur schwer decken – und das, ohne zu kalorienreichen Quellen greifen zu müssen. Wasser liefert Magnesium nämlich „kalorienfrei“. Bei der Auswahl lohnt deshalb der Blick auf den Magnesiumwert des Mineralwassers, der auf jedem Etikett angegeben sein muss.

Ein weiterer Vorteil des Wassers als Magnesiumquelle ist die gleichmäßige Aufnahme über den Tag: Wer regelmäßig trinkt, führt seinem Körper kontinuierlich kleine Mengen Magnesium zu, statt es in einer einzelnen großen Portion aufzunehmen. Das entspricht der natürlichen Versorgung besser als eine punktuelle Zufuhr. Gerade an heißen Tagen oder bei körperlicher Anstrengung, wenn Sie über den Schweiß zusätzlich Magnesium verlieren, kann ein mineralreiches Wasser so doppelt nützlich sein – es ersetzt sowohl Flüssigkeit als auch verlorene Mineralstoffe.

Das Verhältnis von Calcium zu Magnesium

In Wasser und Ernährung wird oft das Verhältnis von Calcium zu Magnesium betrachtet, das in vielen Wässern etwa bei 2:1 bis 3:1 liegt. Beide Mineralstoffe wirken im Körper als Gegenspieler und ergänzen sich: Calcium ist eher für Anspannung und Erregung zuständig, Magnesium für Entspannung und Beruhigung. Ein ausgewogenes Verhältnis gilt deshalb als günstig.

Ein hoher Calciumüberschuss bei gleichzeitig niedrigem Magnesiumgehalt kann die Magnesiumaufnahme rechnerisch ungünstiger machen. In der Praxis spielt das vor allem für Menschen eine Rolle, die ohnehin auf eine gute Magnesiumversorgung achten müssen. Für die meisten gilt: Ein Wasser, das beide Mineralstoffe in nennenswerter Menge liefert, ist ernährungsphysiologisch eine gute Wahl.

Wann gilt ein Wasser als magnesiumreich?

Anders als bei Schadstoffen geht es bei Magnesium nicht um einen Höchstwert, den ein Wasser einhalten muss, sondern eher darum, wie viel Gutes es liefert. Für die Kennzeichnung auf dem Etikett ist die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung (MTVO) maßgeblich. Sie regelt, ab wann ein abgepacktes Wasser als „magnesiumhaltig“ beworben werden darf.

Die entscheidende Schwelle liegt bei mehr als 50 mg/l Magnesium: Erst ab diesem Gehalt darf die Auslobung „magnesiumhaltig“ auf dem Etikett stehen. Diese Angabe ist also kein reines Marketing, sondern an einen festen Mindestwert gebunden. Zur groben Einordnung der gängigen Gehalte hilft die folgende Übersicht.

Magnesiumgehalt Einordnung Bewertung
< 10 mg/l Magnesiumarm Geringer Beitrag zur Versorgung
10–50 mg/l Mittlerer Gehalt Solider, alltagstauglicher Beitrag
> 50 mg/l Magnesiumreich (Auslobung „magnesiumhaltig“) Spürbarer Beitrag zur Tagesversorgung
> 100 mg/l Sehr magnesiumreich (Heil- und Mineralwässer) Hoher Beitrag; sehr hohe Mengen können leicht abführend wirken
Magnesium im Wasser – Einordnung der Werte Schematische Wertskala für Magnesium im Wasser: drei Bereiche von niedrig bis hoch mit den Schwellen 10 mg/l und 50 mg/l. Magnesium im Wasser Einordnung der Werte · Angaben in mg/l 10 mg/l 50 mg/l 0–10 arm 10–50 mittel > 50 reich Magnesiumarm · unter 10 mg/lGeringer Beitrag zurMagnesiumzufuhr. Mittel · 10–50 mg/lGuter, gut verfügbarerBeitrag zur Versorgung. Magnesiumhaltig · über 50 mg/lAuslobung erlaubt (MTVO),gesundheitlich erwünscht. Quelle: TrinkwV 2023 · MTVO Anlage 6 wasserprinz.de
Magnesium hat keinen Grenzwert – ab 50 mg/l darf „magnesiumhaltig“ ausgelobt werden (MTVO).

Magnesiumreiche Mineral- und Heilwässer erreichen teils Werte von über 100 mg/l und liefern damit pro Liter bereits einen großen Teil des Tagesbedarfs. Sehr hohe Magnesiummengen können bei manchen Menschen leicht abführend wirken, was bei Heilwässern sogar gezielt genutzt wird. Im Rahmen eines normalen Trinkverhaltens ist das aber kein Grund zur Sorge, sondern ein Hinweis darauf, dass solche Wässer ihren ausgewiesenen Zweck erfüllen.

Gibt es einen Grenzwert für Magnesium im Trinkwasser?

Eine zentrale Besonderheit vorweg: Für Magnesium gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung (TrinkwV) keinen gesundheitlichen Grenzwert. Das ist kein Versäumnis, sondern Absicht. Während für Stoffe wie Nitrat oder Blei strenge Höchstwerte gelten, ist Magnesium ein erwünschter Inhaltsstoff, dessen Aufnahme über das Wasser positiv bewertet wird.

Sie müssen sich beim Magnesiumgehalt Ihres Hydrogencarbonat-reichen oder mineralreichen Leitungswassers also keine Sorgen um eine Überschreitung machen. Der Wert hat allenfalls eine technische Bedeutung, weil Magnesium gemeinsam mit Calcium zur Härte beiträgt und damit indirekt das Kalkverhalten Ihres Wassers beeinflusst. Gesundheitlich ist ein hoher Magnesiumgehalt jedoch durchweg als günstig einzuordnen.

Wenn Sie den genauen Magnesiumgehalt Ihres Leitungswassers wissen möchten, finden Sie ihn in der Trinkwasseranalyse Ihres Versorgers oder lassen ihn über eine eigene Wasseranalyse bestimmen. So erkennen Sie auf einen Blick, ob Ihr Wasser eher zu den magnesiumarmen oder den magnesiumreichen zählt – und ob sich der gezielte Griff zu einem mineralreichen Wasser für Sie lohnt.

Häufige Fragen zu Magnesium im Wasser

Ist Magnesium im Wasser gesund?

Ja. Magnesium ist ein essenzielles Mineralstoff, den Ihr Körper für Muskeln, Nerven und den Energiestoffwechsel benötigt. Im Wasser liegt es in gut aufnehmbarer Form vor, sodass magnesiumreiches Wasser einen wertvollen Beitrag zu Ihrer täglichen Versorgung leisten kann. Anders als manche Schadstoffe ist Magnesium im Trinkwasser ausdrücklich erwünscht.

Wie viel Magnesium sollte Wasser enthalten?

Einen Pflichtwert gibt es nicht. Als magnesiumreich gilt ein Wasser ab mehr als 50 mg/l, denn erst dann darf es als „magnesiumhaltig“ ausgelobt werden. Sehr magnesiumreiche Mineral- und Heilwässer erreichen über 100 mg/l. Je höher der Gehalt, desto größer ist der Beitrag zu Ihrem Tagesbedarf von etwa 300 bis 400 mg.

Gibt es einen Grenzwert für Magnesium im Trinkwasser?

Nein. Die Trinkwasserverordnung kennt für Magnesium keinen gesundheitlichen Grenzwert, weil Magnesium ein erwünschter Inhaltsstoff ist. Ein hoher Magnesiumgehalt ist gesundheitlich positiv zu bewerten und allenfalls technisch relevant, da Magnesium gemeinsam mit Calcium zur Wasserhärte beiträgt.

Kann zu viel Magnesium im Wasser schaden?

Bei normalem Trinkverhalten nicht. Sehr hohe Magnesiummengen, wie sie manche Heilwässer enthalten, können bei empfindlichen Personen leicht abführend wirken. Diese Wirkung wird bei Heilwässern sogar gezielt genutzt. Eine gesundheitliche Gefahr geht von magnesiumreichem Wasser für gesunde Menschen jedoch nicht aus.

Ist Magnesium aus Wasser so gut wie aus Tabletten?

Magnesium aus Wasser liegt bereits gelöst und ionisch vor und ist deshalb gut bioverfügbar – der Körper kann es ähnlich gut aufnehmen wie aus Nahrungsergänzungsmitteln. Magnesiumreiches Wasser ist damit eine natürliche, kalorienfreie und gleichmäßig über den Tag verteilte Magnesiumquelle, die viele Menschen unkompliziert nutzen können.

Woher weiß ich, wie viel Magnesium mein Wasser enthält?

Bei Mineralwasser finden Sie den Magnesiumwert auf dem Etikett, da er angegeben werden muss. Für Leitungswasser steht der Gehalt in der Trinkwasseranalyse Ihres Versorgers, die meist online abrufbar ist. Wollen Sie ganz sicher sein, können Sie eine eigene Wasseranalyse durchführen lassen.

Cheatsheet: Magnesium im Wasser in fünf Punkten

  1. Magnesium (Mg²⁺) ist ein essenzielles Mengenelement und gemeinsam mit Calcium Härtebildner.
  2. Es ist Cofaktor von über 300 Enzymen und wichtig für Energiestoffwechsel, Muskeln und Nerven.
  3. Ein Mangel kann Muskelkrämpfe, Müdigkeit und Herzrhythmusstörungen begünstigen.
  4. Ab mehr als 50 mg/l darf ein Wasser nach MTVO als „magnesiumhaltig“ ausgelobt werden.
  5. Es gibt keinen Grenzwert in der TrinkwV – Magnesium im Wasser ist erwünscht und gut bioverfügbar.

Magnesium zeigt gut, dass nicht jeder Inhaltsstoff im Wasser ein Problem ist – im Gegenteil. Ein magnesiumreiches Wasser ist ein einfacher, gut verwertbarer Baustein Ihrer täglichen Mineralstoffversorgung. Wenn Sie tiefer einsteigen möchten, schauen Sie sich an, wie Calcium im Wasser als zweiter Härtebildner wirkt, wie sich der gesamte Mineralstoffgehalt eines Wassers zusammensetzt oder wie die Wasserhärte mit Calcium und Magnesium zusammenhängt.

Quellen

Der einfache Weg zu Ihrer Getränke­lieferung

Persönlich beraten lassen, Lieferung anfragen oder direkt bestellen. Wir sind gerne für dich da.

Portrait von Manuel Lesti, persönlicher Ansprechpartner bei Wasserprinz in Augsburg.
Ihr Ansprechpartner
Manuel Lesti
Pflichtfelder sind durch "*" gekennzeichnet