In der Schwangerschaft ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig, und Wasser ist dafür die beste Wahl. Achten Sie auf vier Werte: Ein calcium- und magnesiumreiches Mineralwasser kann den erhöhten Bedarf unterstützen, bei Bluthochdruck ist ein natriumarmes Wasser sinnvoll, und Nitrat wählen Sie vorsorglich niedrig. Wer ganz sichergehen möchte, greift zu einem Wasser mit der Auslobung „Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ – das ist besonders schadstoffarm. Individuelle Fragen klären Sie bitte mit Hebamme oder Frauenärztin.

Welches Mineralwasser in der Schwangerschaft?

Schwangere Frau sitzt mit einem Glas voller Wasser da
Inhalt

Kurz gesagt: In der Schwangerschaft ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig, und Wasser ist dafür die beste Wahl. Achten Sie auf vier Werte: Ein calcium- und magnesiumreiches Mineralwasser kann den erhöhten Bedarf unterstützen, bei Bluthochdruck ist ein natriumarmes Wasser sinnvoll, und Nitrat wählen Sie vorsorglich niedrig. Wer ganz sichergehen möchte, greift zu einem Wasser mit der Auslobung „Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ – das ist besonders schadstoffarm. Individuelle Fragen klären Sie bitte mit Hebamme oder Frauenärztin.

In der Schwangerschaft schauen viele Frauen plötzlich genauer hin: Was ist gut für das Kind, was sollte man besser meiden? Auch beim Wasser stellt sich die Frage, ob es eine besonders geeignete Sorte gibt. Die gute Nachricht vorweg: Wasser ist und bleibt das ideale Getränk, und Sie müssen nichts kompliziert machen. Es gibt aber ein paar sinnvolle Punkte, auf die Sie beim Mineralwasser achten können.

Dieser Ratgeber erklärt Ihnen sachlich und sorgfältig, worauf es bei Calcium, Magnesium, Natrium und Nitrat ankommt und welche Auslobung auf dem Etikett Ihnen die Auswahl erleichtert. Wichtig vorab: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung und enthält keine Heilversprechen. Für individuelle Fragen rund um Ihre Schwangerschaft sind Ihre Hebamme oder Ihre Frauenärztin beziehungsweise Ihr Frauenarzt die richtigen Ansprechpartner.

Warum Trinken in der Schwangerschaft besonders zählt

Während der Schwangerschaft verändert sich der Körper grundlegend. Das Blutvolumen steigt, das Fruchtwasser muss gebildet werden, und der Stoffwechsel arbeitet auf höherem Niveau. All das benötigt Flüssigkeit. Der Bedarf liegt deshalb eher etwas höher als außerhalb der Schwangerschaft. Wie viel genau für Sie sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab und lässt sich am besten mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt besprechen.

Beim Getränk selbst ist die Antwort einfach: Wasser und ungesüßter Tee sind die beste Wahl. Sie liefern Flüssigkeit ohne Zucker und ohne unnötige Kalorien. Mineralwasser hat dabei einen kleinen Zusatznutzen, denn je nach Sorte bringt es Mineralstoffe mit, die in der Schwangerschaft ohnehin verstärkt gefragt sind. Genau hier lohnt sich der Blick auf das Etikett, denn die Unterschiede zwischen den Wässern sind größer, als viele denken.

Im Folgenden gehen wir die vier wichtigsten Werte der Reihe nach durch. Sie werden sehen: Es geht nicht darum, alles auf einmal zu optimieren, sondern darum, ein Wasser zu finden, das gut zu Ihrer persönlichen Situation passt.

Calcium- und magnesiumreiches Mineralwasser für die Schwangerschaft im Glas eingeschenkt

Calcium und Magnesium: zwei Werte mit erhöhtem Bedarf

Zwei Mineralstoffe sind in der Schwangerschaft besonders gefragt, und beide kann ein passendes Mineralwasser ganz nebenbei mitliefern. Das ist kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung, aber ein kalorienfreier Beitrag zur Versorgung.

Das gilt für Calcium: In der Schwangerschaft ist der Bedarf erhöht, denn das Skelett des Kindes wird aufgebaut. Ein calciumreiches Mineralwasser ist hier ein bequemer und kalorienfreier Baustein der Versorgung. Auf dem Etikett erkennen Sie es an der Auslobung „calciumhaltig“, die ein Wasser ab einem Gehalt von über 150 mg/l Calcium tragen darf. Was Calcium im Wasser genau bedeutet, lesen Sie in unserem Beitrag zu Calcium im Wasser.

Und das gilt für Magnesium: Viele Schwangere kennen nächtliche Wadenkrämpfe. Ein magnesiumreiches Wasser kann zur Magnesiumzufuhr beitragen. Die Auslobung „magnesiumhaltig“ ist ab über 50 mg/l Magnesium erlaubt. Wichtig dabei: Das ist ausdrücklich kein Heilversprechen. Treten Krämpfe häufiger auf, lassen Sie die Ursache bitte ärztlich abklären. Mehr Hintergrund finden Sie unter Magnesium im Wasser.

Wenn Sie diese beiden Werte gezielt im Blick haben möchten, lohnt sich der Vergleich verschiedener Sorten. In unserem Wassersortiment finden Sie auch calcium- und magnesiumreiche Mineralwässer, die genau diese Eigenschaften mitbringen.

Mineralwasser-Etikett mit niedrigen Natrium- und Nitratwerten für die Schwangerschaft

Natrium und Nitrat: hier wählen Sie eher niedrig

Während Sie Calcium und Magnesium ruhig reichlich aufnehmen dürfen, gehören die nächsten beiden Werte in die andere Richtung. Hier ist weniger meist die ruhigere Wahl.

Beim Natrium gilt für die meisten Schwangeren Entwarnung: Ein normaler Natriumgehalt im Wasser ist kein Problem. Anders sieht es aus, wenn bei Ihnen ein Bluthochdruck oder ein Schwangerschaftsbluthochdruck besteht. Dann kann ein natriumarmes Wasser sinnvoll sein. Als natriumarm gilt ein Wasser mit weniger als 20 mg/l Natrium. Ob das für Sie relevant ist, besprechen Sie bitte mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt, denn diese Entscheidung gehört in ärztliche Hand.

Beim Nitrat ist Vorsicht eine gute Grundhaltung. Nitrat selbst ist in üblichen Mengen unkritisch, doch vorsorglich wählen viele Frauen in der Schwangerschaft ein nitratarmes Wasser. Was hinter dem Wert steckt, erklären wir unter Nitrat im Trinkwasser. Einen besonders einfachen und sicheren Weg gibt es dafür, und den schauen wir uns im nächsten Abschnitt genauer an.

Für eine schnelle Orientierung haben wir die empfohlenen Wasserwerte für die Schwangerschaft in einer Tabelle zusammengefasst:

WertEmpfehlung in der SchwangerschaftAuslobung / Orientierung
Calciumgerne reichlich (erhöhter Bedarf)„calciumhaltig“ ab > 150 mg/l
Magnesiumgerne reichlich (erhöhter Bedarf)„magnesiumhaltig“ ab > 50 mg/l
Natriumnormal unkritisch; bei Bluthochdruck niedrig„natriumarm“ < 20 mg/l
Nitratvorsorglich niedrig≤ 10 mg/l (Säuglings-Auslobung)
Nitritmöglichst niedrig≤ 0,02 mg/l (Säuglings-Auslobung)
Arsenmöglichst niedrig≤ 0,005 mg/l (Säuglings-Auslobung)
Uranmöglichst niedrig≤ 0,002 mg/l (Säuglings-Auslobung)

Sie müssen diese Werte nicht auswendig kennen. Es genügt, das Prinzip zu verstehen: Calcium und Magnesium dürfen hoch sein, Natrium und Nitrat eher niedrig. Den Rest nimmt Ihnen eine bestimmte Auslobung ab.

Mineralwasser-Flasche mit Auslobung Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung

Der sichere Tipp: die Säuglingsnahrungs-Auslobung

Wenn Sie sich nicht mit einzelnen Werten beschäftigen möchten, gibt es eine elegante Abkürzung. Achten Sie auf die amtliche Auslobung „Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“. Wässer mit dieser Angabe sind besonders schadstoffarm, denn sie müssen strenge Höchstwerte einhalten:

  • Natrium höchstens 20 mg/l
  • Nitrat höchstens 10 mg/l
  • Nitrit höchstens 0,02 mg/l
  • Arsen höchstens 0,005 mg/l
  • Uran höchstens 0,002 mg/l

Diese Auslobung ist nicht nur für die Babyflasche gedacht. Sie ist auch in der Schwangerschaft eine sichere Wahl, weil sie Ihnen die Garantie eines geprüften, schadstoffarmen Wassers gibt, ohne dass Sie selbst rechnen müssen. Steht dieser Satz auf dem Etikett, hat das Wasser die strenge Prüfung bereits bestanden. Wenn Sie sich für die Phase danach schon vorbereiten möchten, finden Sie weitere Details in unserem Beitrag zum Wasser für Babynahrung.

Ein gutes Beispiel für ein von Natur aus natrium- und nitratarmes Quellwasser ist Plose. Es bringt einen niedrigen Mineralgehalt mit und ist damit auch in der Schwangerschaft eine ruhige, unkomplizierte Wahl. Wer dagegen gezielt Calcium oder Magnesium aufnehmen möchte, kombiniert das einfach mit einem mineralstoffreicheren Wasser aus dem Sortiment. Beides schließt sich nicht aus, denn Sie dürfen über den Tag verteilt durchaus verschiedene Wässer trinken.

Verlässliche, fachlich geprüfte Informationen zur Ernährung in der Schwangerschaft bietet außerdem die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Kohlensäure, Leitungswasser und ehrliche Grenzen

Bleiben noch drei Punkte, die häufig gefragt werden und bei denen wir ganz offen sein möchten.

Zur Kohlensäure: Ob Sie stilles, medium oder sprudelndes Wasser trinken, ist reine Geschmackssache und unbedenklich. Allerdings ist Sodbrennen in der Schwangerschaft häufig, gerade in den letzten Monaten. Vielen Frauen tut dann stilles Wasser angenehmer. Hydrogencarbonatreiche Wässer können die Magensäure mild puffern und werden deshalb von manchen als wohltuend empfunden. Mehr dazu lesen Sie unter Hydrogencarbonat im Wasser sowie in unserem Vergleich stilles Wasser oder Sprudel.

Zum Leitungswasser: Es ist in der Schwangerschaft grundsätzlich geeignet. Eine Ausnahme bilden alte Bleirohre. Bestehen diese in Ihrem Haus oder vermuten Sie das, sollten Sie auf abgepacktes Wasser ausweichen. Nehmen Sie ansonsten frisches, kaltes Wasser und lassen Sie Standwasser, das länger in der Leitung stand, kurz ablaufen.

Und nun die ehrliche Grenze: Wasser ist keine relevante Quelle für Folsäure oder Jod. Diese beiden Nährstoffe sind in der Schwangerschaft besonders wichtig, werden aber gezielt über die Ernährung und über ärztlich empfohlene Nahrungsergänzungsmittel gesteuert, nicht über das Trinkwasser. Lassen Sie sich hier nichts anderes einreden. Die Versorgung mit Folsäure und Jod gehört in die Hände Ihrer Frauenärztin oder Ihres Frauenarztes.

Ein praktischer Hinweis für Familien in und um Augsburg: Gerade in der Schwangerschaft ist das Schleppen schwerer Kisten unangenehm. Als Getränkelieferservice bringen wir Ihnen Ihr Wasser im 70-Kilometer-Umkreis bequem bis in den Keller, ausschließlich in umweltfreundlichem Mehrweg-Glas. So haben Sie in dieser Zeit eine Sorge weniger.

Häufige Fragen zu Mineralwasser in der Schwangerschaft

Welches Mineralwasser ist in der Schwangerschaft am besten?

Eine sichere Wahl ist ein Wasser mit der amtlichen Auslobung „Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“, denn es ist besonders schadstoffarm (Natrium ≤ 20 mg/l, Nitrat ≤ 10 mg/l). Wer den erhöhten Calcium- oder Magnesiumbedarf gezielt unterstützen möchte, kann zusätzlich ein calcium- oder magnesiumreiches Mineralwasser wählen. Klären Sie individuelle Fragen mit Ihrer Hebamme oder Frauenärztin.

Wie viel sollte ich in der Schwangerschaft trinken?

In der Schwangerschaft ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig, der Bedarf liegt eher etwas höher als sonst. Wasser und ungesüßter Tee sind die beste Wahl. Konkrete Mengen besprechen Sie am besten mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt, da der Bedarf individuell ist.

Hilft magnesiumreiches Wasser gegen Wadenkrämpfe?

Wadenkrämpfe sind in der Schwangerschaft häufig. Ein magnesiumreiches Mineralwasser (Auslobung „magnesiumhaltig“ ab über 50 mg/l) kann zur Magnesiumzufuhr beitragen. Ein Heilversprechen ist das nicht: Treten Krämpfe wiederholt auf, sollten Sie die Ursache ärztlich abklären lassen.

Darf ich in der Schwangerschaft Sprudelwasser trinken?

Ja. Ob still, medium oder sprudelnd ist Geschmackssache und unbedenklich. Bei Sodbrennen, das in der Schwangerschaft häufig vorkommt, empfinden viele stilles Wasser als angenehmer. Hydrogencarbonatreiche Wässer können die Magensäure mild puffern.

Liefert Wasser Folsäure oder Jod für die Schwangerschaft?

Nein. Wasser ist keine relevante Quelle für Folsäure oder Jod. Diese Nährstoffe werden in der Schwangerschaft gezielt über die Ernährung und ärztlich empfohlene Nahrungsergänzungsmittel gesteuert. Sprechen Sie die Versorgung mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt ab.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und Wissensvermittlung. Er stellt keine medizinische, ernährungs- oder gesundheitsbezogene Beratung dar und ersetzt nicht das Gespräch mit Ärztin, Arzt, Hebamme oder Apotheke. Die genannten Hinweise sind keine individuelle Empfehlung; Angaben wie Mess-, Grenz- oder Preiswerte und der Rechtsstand können sich ändern. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an medizinisches Fachpersonal.

Unabhängige, weiterführende Informationen finden Sie beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), beim Umweltbundesamt (Trinkwasser) sowie in der Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2023).